+49 8234 967210

Anfrage

Katalog bestellen

Newsletter

Länge eine Frage des Alters?

am 07.07.2016 von Alvaro

Tom Waston Länge im Alter

"Swing Easy When Its Breezy" sagt mein schottischer Pro immer. Er meint damit, gerade bei Gegenwind den Fuß vom Gaspedal zu nehmen. Doch seien wir ehrlich: Bei den meisten Amateuren sieht der Golfschwung vom Tee (auch bei Flaute) zu 90% so aus, als müssten wir den Abschlag frontal in die Orkantiefs Kyrill und Christian prügeln...

...und damit ist auch schon alles zur Frage der Länge gesagt, denn es scheint zu stimmen, dass die Länge unmittelbar mit der Technik zusammenhängt. Gerade die männlichen Vertreter der "Testosteron-PS-Spezies" (ich beziehe mich ein) scheinen das aber wohl nicht verstehen zu können. Bei uns dominiert das "Hit it hard - go find it - hit it again".

Besonders interessant finde ich aber eine weitere Spezies: Die Ü50er, die bei jedem zweiten Schlag hinterherschicken: "Ach ja, das Alter macht mich kürzer." Statistisch gesehen, mag das bei einem 70-jährigen, der bewegungseingeschränkt ist, stimmen. Aber selbst dort gibt es Techniken, um die Kugel noch weit zu befördern.

In meinem letzten Golfurlaub wurde ich mit einem 70-jährigen Schweden in einen Flight gesteckt. Der Bursche ließ mich an 5 Löchern kurz. Ich schlage die Murmel bei guten Treffern auf 250m, und der alte Schwede war beim kleinsten Fehltreffer vorbei, zumal er konstant bei 230m lag. Seine Statur? Typ "abgemagerter Phillip Lahm mit 2 neuen Hüften". 

Am Wochenende hat mir ein pensionierter Kripo-Beamter mit Handicap -18,5 fast den longest Drive weggenommen. Der hatte eine schön kurze Ausholbewegung und traf den Ball immer im Sweet-Spot. Das ist auch das was Max Kieffer mir bei einem Demo-day erzählte! Die Profis spielen kurze Schäfte, um immer schön sauber im Sweet-Spot zu treffen - denn daher käme die Länge.

Und Tom Watson wollte ich gar nicht als Beispiel aufführen, zumal dann schnell das Argument "der war mal Golf-Profi" kommt. Das mag sein, aber auch er hat bereits 3 neue Hüften und gewann 2009 im Alter von 60 Jahren fast die British Open. Das ist doch das was unseren Sport ausmacht: auch im Alter mit guter Technik wettbewerbsfähig zu sein.

Ich glaube, ich fange zunächst einmal damit an, meinen Ball nicht immer 30 Meter weiter vorne zu suchen. Kennen Sie das? Die "Testosteron-PS-Variante" sucht immer 30 Meter weiter vorn. Es ist sehr enttäuschend, wenn man aufgepumpt seinen Trolley nach 290 Metern Fußweg abstellt und lässig im First-Cut zu besuchen beginnt, dann aber nach 2 Minuten den Flight-Partner winkend und "ich hab ihn-rufend" bei 190m noch vor dem Teich stehen sieht...

Zum Genießen und als Ehrerbietung aller "Old-Hitter" nachstehend Tom Watson`s emotionaler Triumphmarsch an der 18 bei den British Open 2009. Um Haaresbreite hätte er den Jungen Longhittern den Hintern versohlt. Ich kann mich noch gut an den Schock erinnern, als er seinen Putt auf der 18 verschob und ins Stechen musste (welches er dann klar verlor, weil seine Beine nicht mehr so mitmachten). Auf der Pressekonferenz nach dem Tunier brachte dann ein US-amerikanischer Journalist die Stimmung nach seiner Niederlage treffend auf den Punkt:

"Mr. Watson, wir fühlen uns alle, als wenn wir uns ein Leben lang mit unseren Familien auf den Besuch Disney Land's vorbereitet hätten. Und als wir dann schließlich dort ankamen, lag Micky Mouse erschossen in der Ecke." 

 

 

Zurück zur Übersicht